Kontaktstelle für Menschen mit Behinderung

Leistungsänderung beim § 45b SGB XI

22. April 2016 - 14:08 -- Michael Keeve

Seit 2015 haben alle pflegebedürftigen Menschen Anspruch auf zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen. Am 01.01.2017 werden alle nach heutigem Recht pflegebedürftigen Personen per Gesetz in die neuen Pflegegrade übergeleitet. Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz machen dabei einen so genanten "doppelten Stufensprung", d.h. z.B. von Pflegestufe 1 in den Pflegegrad 3. Sollte also eine eingeschränkte Alltagskompetenz bereits heute bestehen, wurde diese aber noch nicht festgestellt, sollte sie wenn möglich noch bis Ende 2016 festgestellt werden.

Kriterien für eine eingeschränkte Alltagskompetenz können z.B. sein:

  • im situativen Kontext inadäquates Verhalten;
  • Unfähigkeit, die eigenen körperlichen und seelischen Gefühle oder Bedürfnisse wahrzunehmen;

  • Unfähigkeit zu einer erforderlichen Kooperation bei therapeutischen oder schützenden Maßnahmen als Folge einer therapieresistenten Depression oder Angststörung;

  • Störung des Tag-/Nacht-Rhythmus;

  • Unfähigkeit, eigenständig den Tagesablauf zu planen und zu strukturieren;

  • ausgeprägtes labiles oder unkontrolliert emotionales Verhalten;

  • zeitlich überwiegend Niedergeschlagenheit, Verzagtheit, Hilflosigkeit oder Hoffnungslosigkeit aufgrund einer therapieresistenten Depression.

Da diese Kriterien für viele psychisch kranke oder behinderte Menschen gelten, empfehlen wir die Beantragung von Leistungen nach § 45 b SGB XI vorsorglich in die Wege zu Musterschreiben zum Download