Kontaktstelle für Menschen mit Behinderung

Integrationshilfe//Schulbegleitung

Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung und eine Schulpflicht, das ist die rechtliche Seite. Die andere, die menschliche und pädagogische ist, dass jedes Kind Lust auf Lernen hat, von dem gemeinschaftlichen Leben in der Schule profitiert und sich entwickeln möchte. Stolz auf Fortschritte, die Erfahrung von „Ich kann!“ und Selbstvertrauen im Kontakt mit Gleichaltrigen sind Ziele in allen Schulformen und bedeuten für ein Kind enorme Entwicklungsimpulse.

Unter bestimmten Voraussetzungen haben Kinder/Jugendliche mit (auch drohender) geistiger, körperlicher oder seelischer Behinderung den rechtlichen Anspruch auf eine persönliche Schulbegleitung. Grundlage hierfür bieten die §§ 53,54 SGB XII bei körperlicher oder geistiger Behinderung sowie § 35a SGB VIII, wenn eine seelische Behinderung droht oder vorliegt. Diese Maßnahme der Eingliederungshilfe soll Benachteiligungen als Folge der Behinderung mildern, Defizite ausgleichen und im Rahmen der allgemeinen Schulpflicht an Regel- oder Förderschulen eine angemessene Schulausbildung ermöglichen. 

Die Ausschöpfung aller schulischen Mittel wird vorausgesetzt. In enger Zusammenarbeit mit allen Beteiligten wird der Betreuungsrahmen individuell festgestellt und von GEMEINSAM e.V. ein geeigneter Mitarbeiter eine geeignete Mitarbeiterin ausgewählt. Die persönliche Begleitung kann entsprechend der Bedürfnislage während des gesamten Schulalltags, stundenweise und auch auf Antrag während einer Klassenfahrt erfolgen.

Der Arbeitsauftrag einer Integrationskraft richtet sich nach dem Behinderungsbild und individuellen Unterstützungsbedarf des zu betreuenden Kindes mit dem Ziel, eine angemessene Schulbildung zu erhalten und die Teilnahme am Schulleben zu ermöglichen bzw. zu erleichtern. Integrationskräfte verfügen über eine fachliche Qualifikation und/oder eignen sich aufgrund ihrer persönlichen Voraussetzungen für die jeweilige Betreuung.

Aufgaben der sozialen Integration wie:  

  • Kontaktaufnahme zu Mitschülerinnen und Mitschülern unterstützen. 
  • Regelverständnis und Regelakzeptanz unterstützen.
  • Eigen- und Fremdwahrnehmung unterstützen.

Aufgaben im lebenspraktischen Bereich wie: 

  • Unterstützung beim Wechseln der Kleidung 
  • Nahrungsaufnahme 
  • Übernahme von Pflege

Aufgaben der psychischen Stabilisierung wie: 

  • Vermittlung von Sicherheit durch Präsenz 
  • Anleitung zu Deeskalation 
  • Vermeidung von Stress und Stressbewältigung 
  • Rituale und Zwänge erkennen, umleiten und abbauen

Unterrichtsspezifische Aufgaben wie:

  • Strukturierung des Arbeitsplatzes und der Unterrichtsmaterialien
  • Reizarme Räumlichkeiten, Rückzugsmöglichkeiten (Auszeiten) im Bedarfsfall anbieten.
  • Einsatz von Kommunikationsmitteln (Talker, Symboltafeln, etc.)